150 Jahre altes KPM-Kaffeeservice zurück im Domstift Brandenburg

18.​03.​2026

Ein längst verloren geglaubtes Mokkaservice des Domkapitels aus den 70er Jahren des 19.
Jahrhunderts befindet sich endlich wieder im Besitz des Domstifts. Im Februar 2026 übergab
Ulrich Gräber, der frühere Rentmeister des Domstifts, dem Dommuseum ein elfteiliges, sehr
gut erhaltenes Mokkaservice der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM), eine
Untertasse, hergestellt in der Pirkenhammer Porzellanfabrik Böhmen, und zwei
Mokkatassen, die über keine Porzellanmarke verfügen und somit unbekannter Herkunft
sind. Im Einzelnen handelt es sich um eine große Kaffeekanne, eine kleine Sahnekanne, einer
Zuckerschüssel, sechs Mokkatassen sowie fünf Untertassen. Die Familie Gräber hatte das
Geschirr davor gerettet, vernichtet zu werden, und es die letzten Jahre sorgfältig
aufbewahrt. Jetzt entschieden sie sich, es dem Dommuseum zurückzugeben. Das Domstift
Brandenburg ist der Familie Gräber dafür sehr dankbar.


Jedes Stück ist handbemalt und mit schwarzer und goldener Farbe in feinen Linien dekoriert.
Bis auf die Untertassen sind die Porzellanteile mit dem Domstiftswappen, den gekreuzten
Schlüsseln, in schwarz versehen. Die beiden Kannen und die Zuckerdose gehören zum KPMServicemodell
„Neuberliner Form“. Die Tassen hingegen sind Einzeltassen. Das legt die
Vermutung nahe, dass sich das Domkapitel das Service aus dem Angebot von KPM Berlin
und anderen Manufakturen selbst zusammengestellt hat.


Die Recherche in enger Zusammenarbeit mit dem KPM-Archiv in Potsdam zeigt, dass das
KPM-Service im September 1877 bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin bestellt
wurde. Die Einträge in dem Malerei-Bestellungsbuch der Jahre 1876/77 liefern eine
detailreiche Beschreibung der Bestellung des individuell zusammengestellten Service und
den Vorstellungen zur Gestaltung.
 

 

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