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In
Potsdam, der ehemaligen Residenzstadt und heutigen Landeshauptstadt
Brandenburgs fließt als erstes der Griebnitzsee in die zum Tiefen
See ausgedehnte Havel. Hier ist auch der Ausgangspunkt des
Teltowkanals, der sich seinen Weg nach Teltow und dann weiter
mitten durch die Stadtbezirke Lichterfelde, Mariendorf,
Neukölln bahnt, um schließlich beim Baumschulenweg im Bezirk
Treptow sein Nass in die Spree abzugeben. Zwischen
dem Tiefen- und dem Griebnitzsee erstrecken sich auf dem
südlichen so eingeschlossenen großen Landzipfel der Park
Babelsberg mit dem bekannten Schloss sowie Teile der
Universität. Den Tiefen See verlassend, wird die Havel
zum Stadtzentrum hin wieder schmaler und teilt sich in die Alte Fahrt,
an welcher das neue als Wellblechprovisorium scheinbar doch zum nachhaltigen,
bizarren Bestandteil gewordene Hans-Otto-Theater sich dem kulturinteressierten
Betrachter stellt, und in die Neue Fahrt, an dessen Südufer der
lange Weg des kleinen südbrandenburgischen Flüsschens Nuthe
endet. Der Templiner See mit der Halbinsel Hermannswerder, den
Badeplätzen, Bootshäusern und dem langen bewaldeten Ostufer bildet
den Anfang der Seenkette, die sich in die für Potsdam so typische
hügelige Umgebung einbettet. Am Übergang zum Schwielowsee,
schon im Landkreis Potsdam-Mittelmark wird der Fluss bei Caputh von
einer 150 Jahre alten Havelfähre gekreuzt. Das Dorf wurde bekannt durch
den Physiker Albert Einstein, der sich hier Ende der Zwanziger sein Sommerhaus
bauen ließ. Der Schwielowsee ist mit einer Breite bis zu zwei- und
einer Länge von fünf Kilometern die größte
Havelausdehnung. An dessen Südende gibt es das ehemalige Fischerdorf
Ferch zu entdecken und auf der Landenge zum Glindower See liegt
das Dorf Petzow mit seinem Schloss. Letzterer See
erstreckt sich parallel zur am Nordende des Schwielowsees in
Nord-West-Richtung weiterfließenden Havel. Das recht große
Glindow zieht sich weit um den See herum und bietet dem Besucher unter
anderen eine historische Rundofenanlage von 1858 zur Besichtigung. Über
die Riegelbucht wird man wieder mit unserem Fluss verbunden,
welcher dann sehr bald von der sehr schönen, mittelalterlichen Insel der
Obstweinstadt Werder gespalten wird. Der Ort erfreut sich großer
Berühmtheit durch seine großen Obstanbaugebiete und dem
traditionsreichen, ausgelassenen jährlichen Baumblütenfesten.
Hinter Werder erweitert sich der Strom zum Zernsee.
Gegenüber der Kolonie Zern stößt das von Norden aus dem
Schlänitzsee kommende Flüsschen Wublitz hinzu. An
den Orten Töplitz und Phöben vorbei erschließen
sich dem Wanderer und der Wanderin zu Wasser die weiten Landschaften der
Töplitzer Wiesen zur Rechten und des Phöbener Bruches zur Linken.
In den anschließenden Göttinsee mit dem Dorf
Göttin münden der Havelkanal von Norden, sowie der von
Osten kommende 17 Kilometer lange Sacrow-Paretzer-Kanal. Im Jahre 1876
freigegeben, ermöglicht er den Schiffern den direkten Weg vom
Jungfernsee an der Glienicker Brücke, über den
Lehnitz-, den Fahrländer - und den Schlänitzsee
zum hiesigen Gewässer. Dort wo der See sich zur nach Westen
abfließenden Havel verengt, liegt der Ort Paretz. Ende des
18. Jahrhunderts kauften Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise das
Anwesen und ließen das Dorf komplett samt Häuser umgestalten, um
hier bis zum Jahre 1806 im ebenfalls neu erbauten Schloss die
Sommeraufenthalte zu verbringen. Weiter geht es auf Ketzin zu,
früher Fischerdorf, heute Urlauberstadt mit Bungalows, Campingplätzen
und einer die Havel kreuzenden Autofähre. Der Fluss teilt sich
nun in mehrere Arme, die noch einmal im Trebelsee gesammelt werden, von
dort aber geht der von Inseln zerklüftete Lauf durch eine nahezu
unberührte Wiesen- und Auenlandschaft ruhig und gemächlich auf die
Stadt Brandenburg zu. |weiter| |
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